Remote oder vor Ort: Wie Unternehmen den richtigen CyberRisikoCheck wählen

Veröffentlicht am 11. January 2026

Remote oder vor Ort: Wie Unternehmen den richtigen CyberRisikoCheck wählen

Die Frage, ob ein CyberRisikoCheck remote oder vor Ort durchgeführt werden sollte, beschäftigt heute viele kleine und mittlere Unternehmen. IT-Sicherheit ist längst kein rein technisches Thema mehr, sondern ein unternehmerisches Risiko mit direkten Auswirkungen auf Umsatz, Reputation und rechtliche Haftung.

Beide Varianten – remote und vor Ort – haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist jedoch, welche Ziele ein Unternehmen verfolgt, welche IT-Struktur vorhanden ist und wie tief die Analyse gehen soll. Dieser Artikel zeigt faktenbasiert, wann welcher Ansatz sinnvoll ist und warum die Entscheidung strategische Relevanz hat.


Warum die Wahl zwischen remote und vor Ort keine Nebensache ist

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) richten sich über 80 % der bekannten Cyberangriffe in Deutschland gegen kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig fehlt es vielen KMU an Transparenz über den tatsächlichen Sicherheitszustand ihrer IT.

Ein CyberRisikoCheck soll genau hier ansetzen: Risiken sichtbar machen, priorisieren und eine fundierte Entscheidungsgrundlage schaffen. Die Art der Durchführung beeinflusst dabei Kosten, Aussagekraft und Umsetzbarkeit der Ergebnisse erheblich.


Der Remote-CyberRisikoCheck: effizient, datenbasiert und skalierbar

Ein Remote-CyberRisikoCheck wird vollständig aus der Ferne durchgeführt. Technische Analysen, Konfigurationsprüfungen, Dokumentensichtungen und Interviews finden digital statt – strukturiert, nachvollziehbar und ohne Eingriff in den laufenden Betrieb.

Gerade für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen bietet dieser Ansatz deutliche Vorteile.

Kosten- und Zeiteffizienz als entscheidender Faktor

Vor-Ort-Termine verursachen nicht nur externe Kosten, sondern binden auch interne Mitarbeitende. Rechnet man Anfahrtszeiten, Terminabstimmung und Betriebsunterbrechungen zusammen, liegen die Gesamtkosten eines Vor-Ort-Checks häufig 30 bis 40 % höher als bei einer Remote-Analyse.

Remote-Checks lassen sich hingegen flexibel in den Arbeitsalltag integrieren und verursachen in der Regel keine produktiven Ausfallzeiten.

Hohe technische Abdeckung moderner IT-Landschaften

Remote-Analysen ermöglichen eine sehr breite technische Prüfung, insbesondere in cloudbasierten Umgebungen. Typische Prüffelder sind unter anderem:

– externe Angriffsflächen wie Firewall, VPN und Remote-Zugänge
– Benutzer- und Rechtekonzepte
– Microsoft 365- und Cloud-Sicherheitskonfigurationen
– Backup- und Wiederherstellungsstrategien
– E-Mail-Sicherheit und Phishing-Risiken

Gerade Cloud-Dienste lassen sich remote oft detaillierter analysieren als bei einem klassischen Vor-Ort-Termin, da Konfigurationen und Protokolle direkt ausgewertet werden können.

Objektivität und Vergleichbarkeit der Ergebnisse

Remote-CyberRisikoChecks basieren meist auf standardisierten Prüfkatalogen, etwa angelehnt an BSI-Grundschutz oder internationale Sicherheitsstandards. Das sorgt für vergleichbare, messbare und wiederholbare Ergebnisse.

Für Unternehmen, die ihre IT-Sicherheit regelmäßig überprüfen oder Fortschritte dokumentieren möchten, ist das ein wesentlicher Vorteil.


Wo ein Remote-CyberRisikoCheck an Grenzen stößt

Trotz aller Effizienz kann ein Remote-Check nicht alle Aspekte realistisch abbilden. Grenzen zeigen sich vor allem dort, wo menschliche Faktoren, informelle Prozesse oder physische Gegebenheiten eine große Rolle spielen.

Beispiele hierfür sind gemeinsam genutzte Arbeitsplätze, offene Serverräume, unklare Zuständigkeiten oder Sicherheitslücken im täglichen Umgang mit IT-Systemen. Solche Risiken lassen sich remote ansprechen, aber oft nur eingeschränkt bewerten.


Der Vor-Ort-CyberRisikoCheck: Mehr Tiefe durch direkten Kontext

Ein Vor-Ort-CyberRisikoCheck ergänzt die technische Analyse um direkte Beobachtungen. Sicherheitsprobleme zeigen sich hier häufig nicht in Systemen, sondern im Arbeitsalltag.

Wann ein Vor-Ort-Check sinnvoll ist

Vor-Ort-Prüfungen entfalten ihren größten Mehrwert insbesondere in folgenden Situationen:

– komplexe Arbeitsumgebungen mit Misch-IT (Cloud, On-Premise, Spezialsoftware)
– sensible Branchen wie Gesundheitswesen, Kanzleien oder Produktion
– Bedarf an persönlicher Sensibilisierung und Schulung von Mitarbeitenden
– Bewertung physischer Sicherheitsmaßnahmen

Der direkte Austausch vor Ort schafft oft ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein, da Risiken greifbar erklärt und unmittelbar sichtbar gemacht werden können.


Remote vs. vor Ort: Ein realistischer Zahlenvergleich

Ein Blick auf typische Erfahrungswerte aus KMU-Projekten zeigt klare Unterschiede:

Dauer: Remote 1–3 Tage, Vor Ort 2–5 Tage
Interner Zeitaufwand: Remote gering, Vor Ort mittel bis hoch
Kosten: Remote niedriger, Vor Ort höher
Technische Tiefe: bei beiden hoch
Einblick in Prozesse & Kultur: Remote begrenzt, Vor Ort sehr hoch
Wiederholbarkeit: Remote sehr gut, Vor Ort eingeschränkt

Diese Zahlen machen deutlich: Remote bedeutet nicht weniger Professionalität, sondern eine andere Schwerpunktsetzung.


Best Practice: Der hybride Ansatz

Viele Unternehmen setzen heute auf eine Kombination aus beiden Welten:

Zunächst ein Remote-CyberRisikoCheck, um schnell und effizient Risiken zu identifizieren und zu priorisieren. Anschließend gezielte Vor-Ort-Termine, wenn kritische Schwachstellen, besondere Prozesse oder Schulungsbedarfe identifiziert wurden.

Dieser Ansatz reduziert Kosten und erhöht gleichzeitig die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen.


Fazit: Nicht „remote oder vor Ort“, sondern „zielgerichtet“

Die entscheidende Frage lautet nicht, welche Methode grundsätzlich besser ist, sondern welche Form des CyberRisikoChecks zu den eigenen Zielen passt.

Wer schnell, effizient und faktenbasiert Risiken erkennen möchte, ist mit einem Remote-CyberRisikoCheck sehr gut beraten. Wer Prozesse, Verhalten und Sicherheitskultur tiefgreifend verstehen will, profitiert von einer Vor-Ort-Analyse. In vielen Fällen ist die Kombination aus beidem der wirtschaftlich und fachlich sinnvollste Weg.

Ein professioneller CyberRisikoCheck schafft Klarheit – unabhängig davon, ob remote oder vor Ort.

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